Berufliche Vorsorge

Die berufliche Vorsorge bildet die zweite Säule der Schweizer Altersvorsorge. Sie soll den Versicherten ermöglichen, ihren gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung angemessen weiterzuführen.

Wie funktioniert die berufliche Vorsorge?

Die berufliche Vorsorge funktioniert nach dem Prinzip des Kapitaldeckungsverfahrens: Die versicherte Person spart sich ein Altersguthaben an, das nach der Pensionierung ihre Rente finanziert. Das Altersguthaben der versicherten Person speist sich aus eigenen und aus Arbeitgeberbeiträgen.

Eine Pensionskasse verwaltet das Guthaben und legt es an. Bei der Pensionierung wandelt die Kasse das ersparte Guthaben in eine lebenslange jährliche Rente um: Jährlich erhält die versicherte Person einen bestimmten Prozentsatz ihres Altersguthabens als Rente ausbezahlt. Das angesparte Guthaben kann aber auch teilweise oder vollständig bezogen werden.

Für die obligatorische berufliche Vorsorge schreibt der sogenannte Mindestumwandlungssatz gesetzlich vor, wie viel Prozent des Altersguthabens eine versicherte Person ab Erreichen des ordentlichen Rentenalters erhält (Männer ab 65, Frauen ab 64 Jahren). Aktuell liegt der Mindestumwandlungssatz bei 6.8 Prozent. Im überobligatorischen Bereich haben die Pensionskassen dagegen einen gewissen Spielraum.

Lässt sich eine versicherte Person vor dem ordentlichen Rentenalter pensionieren, erfolgt die Umwandlung des Altersguthabens in eine Rente zu einem tieferen Prozentsatz. 

Nicht alle Personen unterstehen dem Pensionskassenobligatorium. Obligatorisch versichert sind nur Erwerbstätige, die beim selben Arbeitgeber einen Jahreslohn von mindestens 21’330 Franken beziehen. Für Selbstständigerwerbende ist die berufliche Vorsorge freiwillig. Vom Obligatorium befreit sind zum Beispiel auch Angestellte mit einem befristeten Arbeitsvertrag von höchstens drei Monaten oder Personen mit einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 70 Prozent gemäss Invalidenversicherung. Unter Umständen können sich Betroffene aber freiwillig einer Pensionskasse anschliessen.

Pro Senectute erachtet neben der laufenden Reform der AHV auch diejenige der beruflichen Vorsorge als dringend, um die Finanzierung der Renten langfristig zu gewährleisten. Im vorliegenden Fall gilt insbesondere der Grundsatz, dass die berufliche Vorsorge zusammen mit der AHV die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise ermöglicht.

Die vorliegende Vorlage zielt darauf ab, das Rentenniveau trotz Senkung des Mindestumwandlungssatzes zu sichern. Hinsichtlich der Senkung des Mindestumwandlungssatzes, der Senkung des Koordinationsabzuges sowie der Anpassung der Altersgutschriftensätze geht der Vorschlag in die richtige Richtung. Pro Senectute lehnt hingegen die Finanzierung der als Ausgleichsmassnahme vorgesehenen Rentenzuschläge über zusätzliche Lohnprozente ab.

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